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          La Gomera News: Exklusives von und für Kanaren-Insider














Sie feiern das Weihnachtsfest 2005 und die Silvester-Nacht im Ruderboot
mitten im Atlantik:

58 rudern bis nach Amerika

58 rudern über den AtlantikSan Sebastian. Respekt, Respekt. Das  macht bestimmt mehr Spaß als Schnee-Schippen in Mitteleuropa. Ist aber gewiss auch anstrengender: 58 Extrem-Sportler nebst Begleitcrews verbringen Weihnachten und Silvesternacht im Ruderboot auf hoher See mitten im Atlantik zwischen La Gomera / Kanaren und der Ost-Karibik.

Die sportiven Abenteurer starten am 27. November von Gomeras Hauptstadt San Sebastian de Gomera aus über den Atlantik. Sie müssen fast ununterbrochen Tag und Nacht durchrudern -  wollen sie die über 2.900 Seemeilen bis Antigua auf den Kleinen Antillen in der östlichen Karibik in weniger  als 40 Tagen, 5 Stunden und 31 Minuten packen. Diesen Rekord haben die beiden Neuseeländer Kevin Biggar und James Fitzgerald 2003 aufgestellt. Um den Weltrekord zu brechen, müssen die Extremisten also auch Heilig Abend und die Silvesternacht bis wenigstens zum Dreikönigstag 2006 durchrudern.
4 Vier-Mann-Boote, 20 Zweimann-Ruderboote, und zwei Einmann-Boote treten bei der transatlantische Regatta „Atlantik Rowing Challenge 2005“ gegeneinander an, um als erster ihrer jeweiligen Klasse durchs Ziel zu stechen. Unter den Einzelruderern ist auch eine Frau. 

Zwei Behinderte wollen allen davon rudern

Die größte Anerkennung, unabhängig von der Siegestrophäe,  wird gewiss den beiden Franzosen Bruno Franck (40) und Dominique Benassi (44) zuteil.  Bruno hat sein rechtes Bein auf einem Flugzeugträger im Libanon-Krieg verloren,  Dominique verlor es bei einem Streit in einer Bar. Eine Kugel hatte ihm das rechte Bein zerfetzt.

Das hindert bei beiden Gründer der Behinderten-Organisation „Bout de vie“, so heisst auch ihr Boot, an rein gar nichts: Bruno ist Fussball-Profi und Extrem-Taucher.  Dominique ist bereits sieben mal Weltmeister im Triathlon.  Mit der erstmaligen Teilnehme von Behinderten an der Extrem-Regatta wollen sie anderen Menschen mit Amputationen ein Vorbild sein, und Mut machen: „Wir wollen ein Signal geben. „Das Leben“, so veranschaulicht Bruna Franck seine Botschaft während der Bizeps-Regatta,  „das Leben hört mit der Behinderung nicht auf. Das ist bloss der Beginn einer neuen Etappe.“

Als Gomeros ermordet oder  Sklaven  wurden
Ureinwohner verloren vor 517 Jahren ihrer Freiheit

San Sebastian. Ist ist 517 Jahre her – und doch unvergessen und  unlöschbar im Selbstverständnis der stolzen Gomeros verankert: Die Ermordung aller Männer über 15, und  der Verkauf aller überlebenden Frauen und Kinder als Sklaven.

Der Kulturverein  „Tagaragunche“ feierte auch an diesem 21. November das heroische Ende der Freiheit für die Gomeros mit dem traditionellen Marsch über die „Ruta Hautacuperche“ bis zum Cueva de Guachedum, dem Schauplatz, an dem der Guanchenrebell Hautacuperche Rache nahm.

Die Tragödie begann  1488.  Hernan Peraza der Jüngere scherte sich einen Dreck um den Freundschaftspakt, mit dem sein Grossvater sich mit den Ureinwohnern Gomeras arrangiert hatte. Er begann sie zu versklaven. Das Fass zum Überlaufen brachte allerdings, daß Peraza zu allem Unglück auch noch der Guanchen-Prinzessin Iballa nachstieg – der schlimmste Vertrags-Bruch.

Daraufhin beschloss der Rat der Ureinwohner den Tod des Verräters und den Tod aller spanischen Besatzer. Guanchen-Rebell Hautacuperche vollstreckte das Todesurteil an Hernan Peraza am 21. November 1488 in der Höhle von Guahedum.
Die Wittwe Perazas rief daraufhin den Gouverneur von Gran Canaria. Der  nahmmit einer Kriegslist viele Gomeros gefangen und liess alle Männer über 15 Jahre niedermetzeln. Frauen und Kinder wurden als Sklaven verhökert.

Die Gomeros feiern traditionell sowohl  in der Höhe, in der der spanische Verräter ermordert wurde, als auch mit der Zeremonie „Rotura del Ganigo“. Aus dem Ganigo, einem altkanarischen Gefäß, haben die Ureinwohner  Gomeras zur  Besiegelung ihres arrangierenden Paktes gemeinsam mit Peraza getrunken, Milch – angeblich.
Internet-Infos: www.tagaragunche.com

La Gomera Karte






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